Der Tanz um den Titel

Da habe ich vor einigen Wochen spektakuläre Neuigkeiten an dieser Stelle angekündigt und stattdessen alle Blog-Aktivitäten eingestellt. Vielen Dank allen, die so hartnäckig nachschauen, wann ich mein Versprechen endlich einlöse.

Jetzt!

Mein historischer Roman um die Familie des Renaissancearchitekten Andrea Palladio wird im kommenden Winter bei Aufbau TB erscheinen!

Denkt euch mich tanzend, die Welt umarmend, mit der Proseccoflasche in der einen und dem Glas in der anderen Hand. Tagelang. Nach Berlin reisend zum Fest meiner Agentur, trinkend und rauchend plaudernd mit  Autoren, Filmproduzenten, Übersetzern. Endlich angekommen in den Armen des Literaturbetriebes, endlich Schriftstellerin! (Würde ich natürlich nie laut sagen. Cool bleiben! Ist ja nicht so, als hätte ich es nicht verdient …)

Und Schluss mit Jubel und romantischen Vorstellungen vom Schriftstellerdasein, denn – wer hätte das gedacht – der Verlag will das Buch in erster Linie gut verkaufen. Und dagegen habe ich naturgemäß auch nichts. Dazu müssen allerdings Titel und Cover nach den Kriterien des Marktes gewählt und an die Zielgruppe angepasst werden. Die Zielgruppe ist Die Leserin des Historischen Romans, ein Wesen, ebenso fiktiv wie ein Roman, ausschließlich weiblich, 45+ und mit Wünschen ausgestattet, die man mir im Detail nicht mitgeteilt hat, die aber in erster Linie romantischer Natur zu sein scheinen.

Mein Titel Die Architektur des Glücks lässt die Genrezuordnung vermissen, heißt es. Der Alternativvorschlag vom Verlag lässt wieder den von mir eingeforderten Bezug zum Inhalt vermissen. Varianten fliegen, hängen um mich in der Luft, rauben mir den Schlaf, werden modifiziert und wieder verworfen. Ein spannender Prozess nicht ohne Frustrationspotential, der in Kürze zum Abschluss kommen soll. Es fühlt sich ein bisschen an als müsste ich die Benennung und Bekleidung des von mir geborenen Babys dem Vater überlassen. In einigen Tagen findet die Programmkonferenz statt. Dort wird entschieden und danach spielen Mama und Papa im Lektorat hoffentlich harmonisch mit dem Kind und machen es gemeinsam fit für die Welt.

Da nun die Kunst zur Ware geworden ist kann ich nur mit Nina George hoffen, dass die Ware wegen und gerne auch trotz ihres Etiketts viele Leserinnen und Leser(!) findet, in deren Händen sie wieder zu wahrer Kunst werden darf.

Ich halte Euch auf dem Laufenden!

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7 Antworten zu Der Tanz um den Titel

  1. Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Durchhaltevermögen beim „Kräftemessen“ 😉

  2. rocknroulette schreibt:

    wohohohoooo! herzlichen glückwunsch!!! das ist ja großartig! und gerangel hin oder her: es wird immer noch deins sein!
    … und weil ich nichts lieber würde als dir nachfolgen, frage ich mal ganz frech: wie hast du es bis hierher geschafft? agentur, klinkenputzen… erklär! wenn du magst.

  3. gudrunlerchbaum schreibt:

    Agentur. Ich denke ohne Agentur geht es fast nicht mehr. Jedenfalls nicht in den großen Verlagen. Und meine Agentur verdient jedes einzelne Prozent, das sie bekommen wird. Meine Agentin setzt sich für mich ein, erklärt, tröstet usw. Ganz wie man es sich wünscht.

  4. 500woerterdiewoche schreibt:

    Herzlichen Glückwunsch! Das sind ja wirklich tolle Nachrichten.

  5. Klemens schreibt:

    na ich bin schon sehr gespannt auf die namensgebung. herzlichen glückwunsch an dieser stelle von mir für deinen erfolg al k

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