Something old, something new, something borrowed, something blue

Bevor ich mich so richtig auf mein nächstes Projekt einlasse, dachte ich, warte ich das Lektorat zu „Lügenland“ ab. Weil es mir schwerfällt, mich in zwei Geschichten parallel zu versenken, Vermischung der Welten, Stimmenwirrwarr, Beliebigkeit. Da es aber auf längere Sicht eher unbefriedigend ist, einfach nur herumzutrödeln, alle Viertelstunden auf Facebook nach dem Rechten zu sehen und alle möglichen Kinkerlitzchen zu erledigen, habe ich ein altes Projekt hervorgekramt.

Einige Tage lang habe ich so getan, als wäre der Text ein Stück Teig, den man ordentlich durchkneten, neu ausrollen und mithilfe fortgeschrittener Technologie in Gebäck von superber Qualität verwandeln kann. Das Blöde ist: Das Zeug war schon gebacken und ist mir unter den Fingern zerbröselt. Weihnachtskekse vom letzten Jahr, damals gut, fertig jedenfalls, doch jetzt nicht mehr nach meinem Geschmack. Habe ich das wirklich geschrieben? Stilistisch schön, auch witzig, aber dieser ganze chicklittige Firlefanz. Wann hat mich das interessiert? Wenn die Verlage vor ein paar Jahren nicht der Ansicht gewesen wären, der Text hing zu sehr zwischen den Stühlen von Frauenroman und Krimi, wenn sie ihn verlegt hätten, dann hätte er einige Leute erfreut und wäre jedenfalls gegessen. So aber bleibt mir nichts übrig, als mich von den hübschen Sternchen und Glöckchen zu verabschieden. Muss ja nicht gleich der Papierkorb sein, aber die Verknüpfung lösche ich jetzt endgültig vom Desktop.

Also doch das Neue. Früher habe ich meine Arbeitstitel alle paar Wochen geändert, jetzt warte ich lieber bis die Erstfassung fertig ist und suche dann nach einem passenden Titel. „Lügenland“ lief bis zur Fertigstellung unter „poltern“. Jetzt bin ich beim „zündeln“. Der erste Satz ist schon geschrieben.

Geborgtes sollte man nicht als eigenes ausgeben. Ich borge mir also nur für die Einlösung des titelgebenden Reims den schönsten Anfangssatz seit langem: – Folgen Sie diesem Heißluftballon! aus „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ von Clemens J. Setz. Nicht der einzige schöne Satz in diesem Buch. Bitte lesen!

Und jetzt das Blaue. Das Cover für „Lügenland“ ist fertig und ich bin absolut glücklich damit. Anders als der Aufbau Verlag bei meinem letzten Buch hat Pendragon aus den immerhin vier interessanten Vorschlägen für das Titelbild meinen Favoriten ausgewählt. Und das ist nicht der einzige Grund, warum ich diesen super-engagierten Verlag liebe.

Überraschung und Riesenfreude beim Durchblättern der Vorschau: Mein Buch ist der Spitzentitel im Herbstprogramm!

cover_Lügenland

 

 

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2 Antworten zu Something old, something new, something borrowed, something blue

  1. 500woerterdiewoche schreibt:

    Glückwunsch 🙂 Offensichtlich sind sie von deinem Buch überzeugt.

    *vormerk*

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